Der "online-Theo" für eure Glaubensfragen
Falls während des Spiels oder beim Ausfüllen des Fragebogens Fragen aufgetaucht sind oder ihr zu bestimmten Glaubensthemen einfach etwas mehr wissen wollt, könnt ihr hier dem „online-Theo“ schreiben.
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Ausgewählte Antworten
War Maria mit Josef verheiratet als Jesus geboren wurde?
Mit diesen Fragen wird ein sehr grundsätzliches Problem angesprochen: Wir wissen einfach sehr wenig über die Kindheit Jesu und über seine Eltern, Josef und Maria. In den ältesten Quellen – den Paulusbriefen und dem Markusevangelium – wird von der Kindheit Jesu gar nichts berichtet – wahrscheinlich weil sie im Vergleich zur Auferstehungsbotschaft wohl als nicht so wichtig erachtet wurde. Erst Lukas (1,26-2,52) und Matthäus (1,18-2,23) erzählen Geschichten aus der Kindheit Jesu und ein paar wenige Details über die Eltern.
Warum hat Maria einen so gottesähnlichen Status in der katholischen Kirche?
Die konkrete Anfrage lautete "Warum ist der katholischen Kirche die Unbeflecktheit Mariens so wichtig? Warum hat Maria diesen gottesähnlichen Status, der zwar dementiert wird aber eben diese Außenwirkung hat? Nichts desto trotz ist Maria eine interessante Person!" Letztendlich handelt es sich hier also um zwei unterschiedliche Fragen und deswegen muss ich diesmal wohl auch etwas länger werden.
Warum weigert sich die Kirche, den Zölibat aufzuheben?
Diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Zunächst einmal die Fakten: Der Zölibat (lat. caelebs = ehelos) bezeichnet die Verpflichtung katholischer Priester und Ordensleute zur Ehelosigkeit. Aber auch Laien können freiwillig ehelos (=zölibatär) leben. Im Judentum zur Zeit Jesu war Ehelosigkeit nicht verbreitet. Jesus selbst hatte aber, soweit wir wissen, keine Frau an seiner Seite, manche Jünger (z.B. Petrus) dagegen schon. Der Zölibat ist als Prinzip schon seit dem 4. Jh. unter den Christen bekannt und verbreitet, wenn auch nicht überall praktizierter Brauch. Kirchenrechtlich für Priester festgeschrieben wurde er erst im Jahr 1139 auf dem Zweiten Laterankonzil.
Warum gibt es in der Kirche so viele Vorschriften und Verbote?
Die einfachste Antwort auf diese Frage ist wohl: Wenn wir uns auf Erden „gut“ verhalten, dann kommen wir direkt in den Himmel. Und damit wir wissen, was denn „gut“ ist, sagt uns das die Kirche in Form von Vorschriften und Verboten. Das ist übrigens keinesfalls polemisch oder ironisch zu verstehen: Praktisch jede Religion hat neben ihren Vorstellungen über Gott bzw. Götter, das Jenseits, das Leben nach dem Tod usw. auch eine Dimension, die sich auf die Frage bezieht: Wie soll ein Gläubiger in seinem alltäglichen Leben leben?
Was sind eigentlich die grundlegenden Unterschiede zwischen katholischer und evangelischer Kirche?
Eine Frage, die in den letzten Jahren nicht selten gestellt wird. Meistens geschieht dies vor dem Hintergrund der Erfahrung guter ökumenischer Kontakte und großen Gemeinsamkeiten zwischen den beiden größten christlichen Konfessionen Deutschlands in den Gemeinden oder Verbänden. Das, was angeblich trennt und warum z.B. Eucharistiegemeinschaft nicht möglich sein soll, tritt dagegen eher in den Hintergrund oder wird nicht wirklich verstanden. „Wir sind doch alle Christen!“ heißt es dann, sicher nicht völlig zu unrecht.



